Bitcoin – Eine Einleitung für Neulinge

Dies soll eine Einleitung sein für absolute Bitcoin-Neulinge ohne viel technisches Vorwissen.
Wer nicht den allerblassesten hat, was z.b. eine Hashfunktion ist und erstmal einen groben Überblick über Bitcoin bekommen will, ohne sich vorher stundenlang mit den Grundlagen der Kryptographie auseinanderzusetzen, ist hier genau richtig. Teilweise sind die Erklärungen natürlich technisch ungenau; der Experte möge darüber hinwegsehen 😉

Was ist Bitcoin?

Bitcoin ist ganz grob gesprochen ein kryptographisch abgesichertes Buchungssystem. Bitcoin nutzt ein Peer-to-Peer Netzwerk wie beispielsweise auch BitTorrent. Nur dass hier nur eine einzige Datei getauscht wird: Die sogenannte Blockchain, die Datenbank, die sämtliche Überweisungen enthält. Bitcoins sind nicht „auszahlbar“. Sie existieren immer nur als Zahlen innerhalb dieser Datenbank. Jeder Teilnehmer, der Bitcoins besitzt, besitzt eigentlich nur das Recht, bestimmte Zahlen in dieser Datenbank zu verschieben, nämlich genau jene, die einer Adresse zugeordnet sind, deren privaten Schlüssel er kennt. Nutzen kann Bitcoin dementsprechend nur, wer diese Datenbank entweder heruntergeladen hat oder mit einem vertrauenswürdigen Server verbunden ist, der die Datenbank besitzt.

Wie werden Bitcoins erzeugt und bewegt?

Die Blöcke, aus denen sich die Blockchain zusammensetzt, sind die Grundlage um Bitcoins zu überweisen sowieso der „Ort“ an dem sie entstehen. Das funktioniert so: Um einen Block zu erzeugen, muss ein Rätsel gelöst werden. Nur muss man das nicht selbst tun, sondern lässt es den Rechner versuchen, bzw. im Regelfall heutzutage eine leistungsfähige Grafikkarte. Sollte man der Glückliche sein, der das Rätsel zuerst löst, erzeugt man einen Block. Mit so einem Block kann man zwei Dinge tun: Erstens kann man eine Transaktion erzeugen, die aus dem nichts 50 Bitcoin erzeugt. Zweitens kann man Transaktionen, die man über das Netzwerk empfangen hat, in den neuen Block aufnehmen. Diese Transaktionen werden dann zusammen mit dem Block in die Blockchain aufgenommen und sind damit gültige Überweisungen. Im Mittel wird so ein Block alle 10 Minuten gefunden. Der Betrag an Bitcoins, den man mit einem neu gefundenen Block selbst erzeugen kann, halbiert sich ca. alle vier Jahre. So stellt das Netzwerk sicher, dass die Menge der insgesamt erzeugten Bitcoins endlich ist (maximale Menge insgesamt 21 Millionen).

Die Praxis

Wenn man selbst Bitcoins empfangen will, erzeugt die Client-Software einen privaten Schlüssel und die passende Adresse dazu. Die Adresse kann man demjenigen geben, von dem man Geld empfangen möchte. Derjenige erzeugt dann mithilfe eines oder mehrerer privater Schlüssel eine Transaktion, die an eure Adresse gerichtet ist. Die privaten Schlüssel stellen sicher, dass tatsächlich die Berechtigung vorliegt, die Bitcoins von der oder den Sendeadresse(n) zu verschieben. Diese gültige Transaktion wird dann im Netzwerk verteilt. Ihr könnt zu diesem Zeitpunkt schon sehen, dass euch jemand Bitcoins senden will. Sobald der nächste Block gefunden wird, kann diese Transaktion mit aufgenommen werden und sie wird damit Teil der Blockchain. Die Bitcoins sind nun eurer Empfangsadresse zugeordnet und können nur noch mit dem zu dieser Adresse passenden privaten Schlüssel ausgegeben werden.

Zur Vereinfachung werden die privaten Schlüssel und Adressen in einem sogenannten Wallet (Brieftasche) zusammen verwaltet. Die Bitcoins liegen aber nach wie vor genau auf der einen Adresse, die sie empfangen hat und gehören damit immer zu einem einzelnen bestimmten, privaten Schlüssel.

Warum funktioniert der Mist überhaupt?

Wie gesagt, Bitcoin ist eigentlich nur ein Buchungssystem und damit in seiner Kernfunktionalität erstmal etwas, was schon lange und mit großer Verbreitung Verwendung findet. In einer absolut unsicheren, zentralisierten Form wäre Bitcoin auch schon vor zwanzig Jahren möglich gewesen. Der große Unterschied ist, dass es verteilt und kryptographisch abgesichert ist. Funktionieren kann das, weil die Internetverbindungen und die Prozessoren der Computer inzwischen schnell genug sind, um so eine große Datenbank auf einem Privatcomputer herunterzuladen und zu verarbeiten. Dazu kommt, dass die Kryptographie mittlerweile so weit fortgeschritten ist, dass ohne menschliches Versagen viele Algorithmen als fast unknackbar gelten dürfen. Die Leistung von Bitcoin besteht „nur“ darin, die entsprechenden Technologien zusammenzuführen und damit ein System anzubieten, das nicht manipulierbar ist. Einerseits, weil jeder Teilnehmer die gesamte Datenbank herunterladen kann und damit die Daten nicht an einem einzelnen Punkt manipulierbar sind. Anderseits weil der Einsatz von starker Kryptographie sicherstellt, dass es überprüfbare Regeln gibt, wie Bitcoins bewegt und erzeugt werden können.
Dass das System funktioniert, kann man sich auch ganz einfach an den bisherigen praktischen Ergebnissen verdeutlichen. Immerhin gibt es Bitcoin schon vier Jahre und bisher gibt es noch keinerlei erfolgreiche Versuche, Bitcoins unrechtmäßig zu erzeugen oder falsche Überweisungen durchzuführen, die nicht innerhalb kürzester Zeit (weniger als eine Stunde) als solche erkannt werden können.

Das ist doch gar kein richtiges Geld?!

Nein. Aber es ist so gut wie unfälschbar, in seiner Menge stark begrenzt und gut lager- und transportierbar. Damit eignet es sich hervoragend, um als Geld verwendet zu werden. Normales Geld ist ja letztlich auch nur deshalb wertvoll, weil es genau diese Eigenschaften besitzt. Der eigentlich Wert von Geld entsteht dadurch, dass es jeder als Wertgegenstand annimmt. Das ist bei Bitcoin nicht wesentlich anders. Natürlich steht Bitcoin mit seiner Akzeptanz als Geld noch ganz am Anfang. Außerdem steht keine Regierung dahinter, die die Akzeptanz quasi erzwingen kann. Die Entwicklung der Akzeptanz und des Wertes von Bitcoin ist aber stetig positiv, so dass in seiner Nützlichkeit als Zahlungsmittel den etablierten Währungen Stück für Stück näher kommt.



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *