Hard Fork! Ein ganz kleiner Weltuntergang

Heute Nacht ist der gefühlte Worst Case eingetreten: Ein Bug führte zu einem Hard Fork zwischen verschiedenen Clientversionen. Der Kurs stürzte ab, MtGox setzte Bitcoin-Einzahlungen kurzfristig aus, in den Foren konnte man erste Panikschreie vernehmen.

Doch was war genau passiert?
Kurz nach Mitternacht postete Pieter Wuille auf Sourceforge, dass viele Bitcoin-Qt 0.7 Nodes den Block 225439 nicht verarbeiten konnten, vermutlich wegen falscher Standardeinstellungen in der Berkely DB alter Clients, die zu große atomare Änderungen an der Datenbank nicht erlauben. Damit die fehlerhaften Nodes trotzdem weiter am Netzwerk teilnehmen konnten, wurde kurzfristig beschlossen, allen Minern ein zurückgehen auf Version 0.7 zu empfehlen, damit dieser Block und alle Blöcke, die auf ihm aufbauen, durch eine alternative Blockchain überholt werden, die keine Blöcke enthält, die für viele Clients nicht zu verarbeiten sind. Währenddessen wurde natürlich von den 0.8 Nodes, die von alledem nichts mitgekriegt haben, fröhlich weitergemined und die zu überholende Blockchain wuchs weiter an. Nach sieben Stunden und 28 Blöcken wurde die „0.7-Chain“ schließlich länger und wurde damit von allen Clients als die gültige Blockchain akzeptiert. Der Hard Fork war vorüber. Ob irgendjemand – außer den Minern, die die Blockreward  nicht bekamen – Bitcoins verloren hat, ist noch nicht bekannt.

Abschließend kann man sagen, dass wir froh sein können, dass so schnell und vernünftig reagiert wurde. Die ganz große Katastrophe ist letztlich dann doch sehr klein ausgefallen, dafür dürfen sich die Entwickler und Poolbetreiber durchaus mal auf die Schulter klopfen. Allerdings sieht man daran auch, dass das Rausschmeissen der Berkely DB aus dem Client wirklich allerhöchste Zeit war. Kurzfristig werden sich jetzt die Probleme mit der Blockgröße (Artikel dazu kommt morgen) wahrscheinlich verschärfen, weil zunächst einmal die alten Clients gepatcht werden müssen, bevor dass 1Mb-Limit ausgelastet werden kann. Längerfristig gesehen ist es aber vielleicht gar nicht so schlecht, dass es den GAU jetzt gegeben hat. Die Ereignisse werden sicherlich sehr ausführlich analysiert werden müssen, damit sie in die Planung für zukünftige Test-Infrastruktur und absichtliche Hard Forks einbezogen werden können.

 

 

 



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *