Bitcoin wird in Spanien beliebter

Wenig überraschend interssiert sich gerade der eine oder andere Spanier für Bitcoin. Wie erwartet geht in Südeuropa die Suche nach sicheren Anlagen los. Allerdings sollte man ein paar runtergeladene Apps auch nicht überbewerten. In ein paar Monaten wird man sicherlich besser beurteilen können, ob die südeuropäischen Länder sich langsam für Bitcoin erwärmen können.
Unmittelbar könnten eher Investionen von russischer Seite kommen. Da ist Bitcoin bereits sehr beliebt und in Zypern waren ja auch vor allem  russische äh… Bauern und Handwerker betroffen.

Bitcoins absichern

Der größte Unterschied von Bitcoin zu anderen Währungen ist, dass man ganz allein für sein Vermögen verantwortlich ist. Man verwahrt die Bitcoins selbst und ist auch der Einzige, der sie ausgeben kann. Man kann völlig frei festlegen, wieviel Sicherheit man … Weiterlesen

Zypern – ein Land reitet durch den Sherwood Forest

Wie unter anderem der Spiegel berichtet dürfen die Bankkunden in Zypern gerade eine „Abgabe“ von bis zu 9,9% auf ihre Guthaben zahlen. Die Zwangssteuer soll wohl auf alle Guthaben erhoben werden, dazu wurden alle Bankkonten kurzfristig eingefroren. Durchgesetzt wurde die Maßnahme von den EU-Finanzministern.

Gefühlt ist das ein absoluter Super-Gau für den Euro. Bei der Art und Weise der Durchführung kann man nicht mehr von einer Steuer, sondern nur noch von ganz unverhohlener Enteignung sprechen. Dass dieses Vorgehen von der EU forciert wurde, bedeutet doch letztlich, dass in Europa Rechtssicherheit in Bezug auf Barvermögen gerade offiziell für entbehrlich erklärt wurde. Ich hatte ja eigentlich erwartet, dass meine im Artikel Warum Bitcoin? beschriebenen Kerntugenden lange Zeit noch abstraktes Gewäsch bleiben würden. Mit Bedrohungsszenarien, die für die allermeisten Leute absurd, paranoid oder schlicht PAL sind.
Ich weiss ja nicht wie es euch geht, aber wenn ich mir jetzt vorstelle, in einem Land wie Griechenland, Italien oder Spanien zu sitzen, mit dick Geld auf dem Konto und Bargeldzahlungen beschränkt auf z.B. 2500€… und dann liest man die Beteuerungen à la „dass war eine Spezial-Sonder-ganz-sicher-nur-für-Zypern-Ausnahme, passiert garantiert nie wieder“ – da würde bei mir spontan Finanzklaustrophobie ausbrechen, hektisch Löcher graben und Schatzkarten zeichnen inklusive…

Al Jazeera berichtet über Bitcoin

Auf Al Jazeera ist gestern ein Artikel über Bitcoin auf Englisch erschienen. Das ist vor allem deshalb erfreulich, weil Bitcoin in Afrika und Asien, wo Al Jazeera am populärsten ist, bisher kaum Beachtung fand – mit der Ausnahme von Israel. Der Artikel hat ein erheblich besseres Niveau als das, was in den deutschen Medien so verbrochen verfasst wird. Kann ich als Lektüre durchaus empfehlen.

Hard Fork! Ein ganz kleiner Weltuntergang

Heute Nacht ist der gefühlte Worst Case eingetreten: Ein Bug führte zu einem Hard Fork zwischen verschiedenen Clientversionen. Der Kurs stürzte ab, MtGox setzte Bitcoin-Einzahlungen kurzfristig aus, in den Foren konnte man erste Panikschreie vernehmen.

Doch was war genau passiert?
Kurz nach Mitternacht postete Pieter Wuille auf Sourceforge, dass viele Bitcoin-Qt 0.7 Nodes den Block 225439 nicht verarbeiten konnten, vermutlich wegen falscher Standardeinstellungen in der Berkely DB alter Clients, die zu große atomare Änderungen an der Datenbank nicht erlauben. Damit die fehlerhaften Nodes trotzdem weiter am Netzwerk teilnehmen konnten, wurde kurzfristig beschlossen, allen Minern ein zurückgehen auf Version 0.7 zu empfehlen, damit dieser Block und alle Blöcke, die auf ihm aufbauen, durch eine alternative Blockchain überholt werden, die keine Blöcke enthält, die für viele Clients nicht zu verarbeiten sind. Währenddessen wurde natürlich von den 0.8 Nodes, die von alledem nichts mitgekriegt haben, fröhlich weitergemined und die zu überholende Blockchain wuchs weiter an. Nach sieben Stunden und 28 Blöcken wurde die „0.7-Chain“ schließlich länger und wurde damit von allen Clients als die gültige Blockchain akzeptiert. Der Hard Fork war vorüber. Ob irgendjemand – außer den Minern, die die Blockreward  nicht bekamen – Bitcoins verloren hat, ist noch nicht bekannt.

Abschließend kann man sagen, dass wir froh sein können, dass so schnell und vernünftig reagiert wurde. Die ganz große Katastrophe ist letztlich dann doch sehr klein ausgefallen, dafür dürfen sich die Entwickler und Poolbetreiber durchaus mal auf die Schulter klopfen. Allerdings sieht man daran auch, dass das Rausschmeissen der Berkely DB aus dem Client wirklich allerhöchste Zeit war. Kurzfristig werden sich jetzt die Probleme mit der Blockgröße (Artikel dazu kommt morgen) wahrscheinlich verschärfen, weil zunächst einmal die alten Clients gepatcht werden müssen, bevor dass 1Mb-Limit ausgelastet werden kann. Längerfristig gesehen ist es aber vielleicht gar nicht so schlecht, dass es den GAU jetzt gegeben hat. Die Ereignisse werden sicherlich sehr ausführlich analysiert werden müssen, damit sie in die Planung für zukünftige Test-Infrastruktur und absichtliche Hard Forks einbezogen werden können.

 

 

 

Bitcoin auf Allzeithoch, Heise berichtet

So, endlich haben wir die letzte berichtenswerte Marke genommen. Nie wieder über Kurse bloggen, yay! (Ok, das sagt ich jetzt… was kostet nochmal ein Gramm Gold…)

Mit Heise.de ist berichtet auch schon das erste größere Newsportal darüber. Der Artikel beschränkt sich im großen und ganzen auf die Kursentwicklung und eine etwas zusamenhanglose Aufzählung mehr oder weniger relevanter News aus den letzten Monaten. Damit bleibt er neutral aber eben auch ziemlich flach.

In den Kommentaren bei Heise gehts entsprechend auf höchstem Niveau zur Sache: Das ist doch gar kein Geld! Schnellballsystem! Umweltverschmutzung! Zombie-Apokalypse!Naja, der Mainstream ist wohl immer noch nicht bereit, die Beissreflexe zu unterdrücken und sich einfach mal ein paar Minuten zu informieren.

Zugegebenermaßen sind die Möglichkeiten, sich im deutschsprachigen Web gut über Bitcoin zu informieren, auch eher dünn gesäht. Falls der eine oder andere Neuling hier aufschlägt: empfehlen kann ich das Wiki, für Statistiken Blockchain.info und für Markt- und Kursinformationen Bitcoincharts.com. Konkrete Fragen kann man im Hilfeforum von Bitcointalk.org loswerden.

 

 

Bankkonto in Deutschland? Nicht für jeden

In der Theorie sollte in Deutschland jeder die Möglichkeit haben, ein Bankkonto zu unterhalten.Zumindest war das bis 1995 so, aktuell gibt es nur eine freiwillige Selbstverpflichtung der Kreditinstitute. Wie das in der Praxis aussieht, kann man gerade mal wieder bei Spiegel Online nachlesen: Iranischen Studenten werden reihenweise die Konten gekündigt.Auch als Arbeitsloser ist es nicht immer einfach, ein Konto zu kriegen.

Falls mal jemand mit dem Argument kommt, dass Bitcoins Unabhängigkeit von Banken ja eine Lösung auf der Suche nach einem Problem seien, sind das genau die Geschichten, die das eindrucksvoll widerlegen.

Bitcoin 2013 bereits nach 45 Tagen bei doppeltem Wert

Für etwa 27$ bzw. 20€ werden Bitcoins gerade gehandelt. Eigentlich wollte ich zum aktuellen Kurs gar nicht viel berichten, aber das ist natürlich eine Marke, die man nicht unerwähnt lassen kann.

Überraschend finde ich die Entwicklung nicht, schon mein allererster Artikel in diesem Blog stellt ja die These auf, dass Phasen mit exponentiellem Wachstum zwangsläufig kommen müssen, wenn Bitcoin weiterhin erfolgreich sein sollte.

Ein bisschen grinsen musste ich, als ich gerade parallel diesen Artikel über drohende Währungskriege bei Spiegel gelesen habe. Geld entwerten, um die Exporte zu steigern? Da kann ich nur sagen: Bring it on! Meine Währung ist weltweit und die Welt exportiert nicht 😉